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Archive für September 2011
Presseerklärung Franzenbrunnen
27.9.2011 von Dietrich Strohmaier.
Saarbrücken, 24.09.2011
Presseerklärung
der Ortsgruppe Saarbrücken des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), Landesverband Saar e.V.
Die von der Stadt Saarbrücken geplante Bebauung des Gebiets Franzenbrunnen in Alt-Saarbrücken veranlasst energischen Protest. Die Stadt will hier das bisher im wesentlichen nbebaute, natur- und stadtnahe Erholungsgebiet für zahlreiche Ein- und Zweifamilienhäuser sowie eine Kindertagesstätte erschließen und verkaufen. Weder aber besteht dafür eine erkennbare, noch erst recht eine nachgewiesene Wohnungsnot, die für eine weitere Bodenversiegelung vielleicht früher als Rechtfertigung hätte angeführt werden können:
Der bauliche Entwicklungswahn führt dazu, dass in Deutschland jeden Tag etwa 100 ha Grund und Boden neu verbetoniert oder asphaltiert werden. Wir sehen darin kein verantwortbares Verhalten der Planer in Stadt und Land. Gerade auch Saarbrücken weist nämlich eine stark rückläufige Bevölkerungsentwicklung auf. So wird die Stadt nach den Prognosen in absehbarer Zeit noch für vielleicht 160.000 Einwohner
Wohnsiedlungsfläche zur Verfügung stellen müssen gegenüber 190.000 Einwohnern, die noch vor rd. 20 Jahren gezählt wurden.
“Wir Menschen, in Saarbrücken und überall in Deutschland, müssen endlich auch im Bodenverbrauch eine Wende zurück zu Realität und Sparsamkeit finden,” so Godehard Grünewald vom BUND Saarbrücken, denn den natürlichen Boden der Mutter Erde zu versiegeln bewirkt,
… dass der Austausch zwischen der Atmosphäre und dem Boden verhindert wird;
… dass sich unser Klima weiter erwärmt;
… dass die Versickerung des Niederschlagswassers zum Grundwasser gehemmt und
das Regenwasser auf der versiegelten Oberfläche viel zu schnell abläuft und
Hochwassergefahren nur noch erhöht werden;
… dass die gewachsene Fauna und Flora kaputt gemacht wird.
Am Franzenbrunnen soll ein seit über 20 Jahren ökologisch entwickelter Land- und Gartenbaubetrieb ebenfalls der Bebauung geopfert werden, der zudem Arbeitsplätze für schwer vermittelbare, auch behinderte Mitbürger bietet. Die erheblichen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen dieser Einrichtung würden vernichtet.
Eine verantwortbare Planung? Ökologisch? Sozial? “Nein”, sagt Frau Dr. Andrea Wurm vom BUND Saarbrücken. “Hier müssen sich wieder einmal andere, fiskalische Interessen gegenüber den Forderungen von Natur und Umwelt durchgesetzt haben.” Richtig ist nämlich, dass die Stadt diese überwiegend ihr gehörenden Grundstücke nach der Erschließung teuer vermarkten will. Also verschließen die dafür verantwortlichen Akteure bewusst ihre Augen gegenüber Fauna und Flora des Gebiets Franzenbrunnen, wo auf Initiative von engagierten Bürgern nicht nur mindestens eine stark gefährdete Echsenart festgestellt wurde, sondern auch 42 verschiedenen Vogelarten, darunter 36 Brutvogelarten. Noch nicht festgestellt wurde am Franzenbrunnen bisher der bekannte federlose Geier. Dieser sich überall stark vermehrende Vogel kann dafür aber ständig über dem Saarbrücker Rathaus kreisend gesichtet werden.
ViSP Dietrich Strohmaier, BUND Saarbrücken
Geschrieben in Politik, Presse-Mitteilung, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »